Kinder- und Jugendfreizeiten ermöglichen

Ferienfreizeiten fördern soziale Kompetenzen von Heranwachsenden in der PeerGroup

Auf dem Zeltplatz ist ein Durcheinander junger Stimmen zu hören: Max und seine Freund*innen sitzen am Basteltisch und schneidern Phantasiekostüme für das Abendprogramm. Drei Kinder bauen am Waldrand eine Wasserstaustelle und wuchten dafür Steine in den Bach. Und im Aufenthaltszelt erzählen sich Maike und drei weitere Kartenspieler*innen dem lauten Gelächter zufolge, gegenseitig Witze. Eine Szene, wie es sie auch in diesem Corona-Ausnahme-Jahr geben soll. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Rottenburg-Stuttgart ruft dazu auf, Kindern und Jugendlichen diese Freiräume zu ermöglichen. Sie brauchen Austausch mit Gleichaltrigen, pädagogisch wertvolle Begleitung und spirituelle Erlebnisse.

Kirchliche Jugendarbeit in Gruppenstunden und Freizeiten sind für junge Menschen enorm wichtig, sich außerhalb von Familie und Schule in Gemeinschaftserlebnissen in der PeerGroup zu entwickeln. Insbesondere Kinder- und Jugendfreizeiten leisten über einen langen zusammenhängenden Zeitraum einen wichtigen Beitrag zur Sozialisation, zur Persönlichkeitsentwicklung, zum Erwerb von Sozialkompetenz im Umgang miteinander sowie zum interkulturellen Lernen. Sie dienen gerade in Corona-Zeiten der dringend benötigten psychischen Erholung und der Partizipation. Kirchliche Angebote sind zudem durch ihre spezielle Wertorientierung geprägt und fördern das Zusammenleben in gegenseitiger Achtung, Toleranz und Wertschätzung. Dank der Landesverordnung für die Kinder- und Jugendarbeit besteht für die Sommermonate ein Handlungsrahmen für das Durchführen von Gruppenstunden und Freizeiten.

„Der Kirche muss es ein Anliegen sein, solche Gemeinschaftserfahrungen in kirchlichen Räumen und Orten zu ermöglichen. Gerade jetzt kann Kirche zeigen, dass sie für Kinder und Jugendliche Freiräume schafft“, fordert Diözesanleiter BDKJ/BJA Benjamin Wahl nun von den Verantwortlichen in Kirchengemeinden und kirchlichen Organisationen. Der BDKJ hofft, dass nun viele Akteur*innen vor Ort und auf Dekanats- und Diözesanebene die Angebote für Kinder- und Jugendliche in den Ferienzeiten unterstützen. Konkret kann dies das Überlassen von leerstehenden Gemeindehäusern, von gemeindeeigenen Wiesengrundstücken oder Pfarrgärten für kleine Zeltlager oder das Bereitstellen der Infrastruktur kirchlicher Bildungshäuser sein.

„Der Schutz eines*r jeden steht für uns an erster Stelle. Dies und das Einhalten von Qualitätsstandards und der rechtlichen Rahmenbedingungen sind stets Grundlage unseres Handelns“, betont BDKJ/BJA-Diözesanleiter Benjamin Wahl. „Die Handlungsempfehlungen des Landes und des BDKJ/BJA unterstützen Ehrenamtliche und Hauptamtliche darin, Gruppenstunden und Freizeiten in Baden-Württemberg verantwortungsvoll durchzuführen.“ Das Einbeziehen der örtlichen Gesundheits- und Ordnungsämter ist empfehlenswert und schafft Sicherheit im Umgang mit Hygienevorschriften. Unterstützend bieten BDKJ und Bischöfliches Jugendamt der Diözese Montag bis Donnerstag von 10 bis 12 Uhr und 15 bis 17 Uhr unter 07153 3001-236 eine Info-Hotline zu Gruppenstunden und Ferienangeboten an. Zudem gibt es bis Ende Juli jeden Montagabend von 20:00 bis 21:30 Uhr ein digitales Vernetzungstreffen, bei dem auf aktuelle Veränderungen der Verordnungen und konkrete Fragen dazu eingegangen wird. Den link dazu sowie weitere zahlreiche Arbeitshilfen, Checklisten und aktuelle Informationen zu Rechtsverordnungen finden sich auf www.bdkj.info/corona.

„Wir setzen sehr auf die Kreativität und das gute Miteinander von hauptamtlich Verantwortlichen und engagierten Ehrenamtlichen. In der Regel funktioniert das gut in unserer Diözese. Gerade jetzt sind Angebote und das konstruktive Miteinander wichtiger denn je“, meint Wahl abschließend.

www.bdkj.info/corona