SpiriTime Spezial

Kein Modelmädchen

von Julia Engelmann

Manchmal wären wir gern anders, doch das hat niemals einen Zweck. Jede*r ist auf seine Weise gut genug und auch perfekt.

Die Welt nach Corona

Wie wir uns wundern werden, wenn die Krise „vorbei” ist

„Stellen wir uns eine Situation im Herbst vor, sagen wir im September 2020. Wir sitzen in einem Straßencafe in einer Großstadt. Es ist warm, und auf der Straße bewegen sich wieder Menschen. Bewegen sie sich anders? Ist alles so wie früher? Schmeckt der Wein, der Cocktail, der Kaffee, wieder wie früher? Wie damals vor Corona? Oder sogar besser? Worüber werden wir uns rückblickend wundern?“

Diese Worte schrieb der Zukunftsforscher, Matthias Hörz, Mitte März – noch zu Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland. Wahrscheinlich konnte er sich da noch nicht vorstellen, dass die Pandemie so lang dauern würde. Also ich kann mir nicht vorstellen, dass im September 2020 alles ist wie zuvor,… das ich im Straßencafe in einer Großstadt sitze wie vor Corona.

Und trotzdem finde ich seine Frage faszinierend: „Worüber werden wir uns rückblickend wundern?“

Also stellen wir uns doch vor: Es ist Dezember 2020. Weihnachten steht fast vor der Tür und wir sind auf einem Weihnachtsmarkt in einer Großstadt. Wir stehen am Glühweinstand, natürlich mit einem Becher Glühwein in der Hand und sehen zu wie die Menschen über den Markt schlendern.

Bewegen sie sich anders, anders als früher? Schmeckt der Glühwein anders als 2019? Oder sogar besser?

Worüber also wirst du dich rückblickend wundern?

 

Der ganze Artikel ist zu lesen unter https://www.horx.com/48-die-welt-nach-corona/

Taizegebet digital (Christi Himmelfahrt)

Zum Nachfeiern...

Maiwanderung auf dem Martinusweg

Von Türöffnern und Grenzgängern

#LeaveNoOneBehind

Die Augen der Welt verfolgen gespannt das Corona-Virus: Wie viele Infizierte gibt es hier in Deutschland? Und im Zollernalbkreis? Wie sieht es mit den Kapazitäten unserer Krankenhäuser aus? Habe ich genug Essen im Schrank? Habe ich noch ein bisschen Stoff irgendwo, um mir eine Maske zu nähen?

Ich bin umgeben von Fragen und Sorgen rund um meine Gesundheit. Und genau zwischen diesen Fragen und Sorgen begegnet mir Jesus als Türöffner im heutigen Sonntagsevangelium (Joh 10,1-10). „Ich bin die Tür.“ (Joh 10,7) sagt er von sich und macht mich darauf aufmerksam, bei allen Sorgen und Fragen hinter meiner eigenen Haustür nicht die Menschen aus dem Blick zu verlieren, die ich gerade allzu schnell vergesse. Als erstes kommen mir die Menschen in den Sinn, die auf der Flucht sind oder in Geflüchtentenlagern leben. Wer fragt nach diesen Menschen und ihrer Gesundheit? Wer macht sich Sorgen um sie und ihre medizinische Versorgung?

Angefangen mit Dir und mir – mit uns – können diese Mitmenschen wieder ins Bewusstsein gerückt werden.

Ich will anfangen. Wir wollen anfangen. Als Katholisches Jugendreferat Balingen hängen wir ein Banner aus unseren Fenstern, bringen die Botschaft auf die Straße: „Menschenwürde nutzt sich nicht ab wie ein Stück Seife! Jedes Leben zählt! #LagerJetztEvakuieren #LeaveNoOneBehind“. 24.000 Flüchtlinge sitzen in Moria fest in einem Geflüchtetenlager für 3.000 Personen. Wir wollen mit diesem Banner den Blick für diese Menschen öffnen. Wir fordern unter dem Motto #bannerforjustice die Evakuierung der Lager und die Aufnahme dieser Menschen. Nehmen wir uns ein Beispiel an Jesus, der sich selbst als Grenzgänger verstand und für das Öffnen von Grenzen war: „Ich bin die Tür, wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden. [Denn] ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“ (Joh 10,9-10). Jesus ermöglicht uns den Zugang zum Reich Gottes. Er ist unsere Brücke zu Gott über alle Grenzen hinweg und schenkt jedem von uns auf diese Weise Heimat im Glauben und ein Leben in Fülle. In gleicher Weise können wir uns dafür einsetzen, dass die geflüchteten Menschen Heimat finden, damit ein Leben in Fülle auch für sie möglich wird.


Diese Bannerchallenge wurde ins Leben gerufen vom Arbeitskreis Eine Welt Politik des BDKJ Rottenburg-Stuttgart (Bund Deutscher Katholischer Jugend). Auch wenn es eine Challenge ist, kann jede*r mitmachen. Überlege, was dich zur Zeit bewegt, wer vielleicht trotz all der Fragen vergessen wird, wo Hilfe, wo Solidarität fehlt. Formuliere eine Forderung und bringt sie auf Leintuch oder Papier oder… .


Vielen Dank an dieser Stelle für unsere Nominierung durch das @bdkj_rottweil! Zur #bannerchallenge nominieren wir das (1) @jugendreferat_tut, (2) @fridaysforfuture.balingen und (3) @kreisjugendreferatZollernalbkreis. Zeigt uns eure Banner mit dem Hashtag #bannerforjustice und nominiert 3 weitere Gruppen.
Ich freue mich auf eine gemeinsame Aktion, die den Blick auf Menschen richtet, die gerade zu wenig gesehen werden! Lasst uns Türöffner sein über die eigenen Grenzen hinaus!

Für wen gehst du?

Aktion der Martinusgemeinschaft - Lasst uns mitmachen!

Wir laden Dich ein, alleine oder zu zweit ganz bewußt auf dem Martinusweg vor deiner Haustüre zu gehen und eine Person in Gedanken oder im Gebet mit auf den Weg zu nehmen.

Weitere Informationen zur Aktion "Für wen gehst du?" auf der Homepage der Martinsugemeinschaft

"Um zu begreifen, dass der Himmel überall blau ist, braucht man nicht um die Welt zu reisen."

Johann Wolfgang von Goethe

#untergangsstimmung

eine unsichtbare sintflut

bricht über uns herein

reißt sichtbar

unseren alltag mit sich

und das rettungsboot

so archeuntypisch

heißt zuhause

heißt mitgefühl

heißt alleinsein

und zusammenhalt

doch völlig egal

was noch kommt

die olivenzweigtaube

ist schon unterwegs

(Pfarrer Wolfgang Metz)